Wer im gehobenen Gastgewerbe eine Marke aufbauen will, braucht mehr als eine gute Lage und einen klangvollen Namen. Das BO Hotel Palazzo im istrischen Poreč zeigt, wie aus einem denkmalgeschützten Haus ein Premium-Produkt mit Wiedererkennungswert wird – getragen von einer Familie, die ihr Kapital bewusst in Substanz statt in schnelle Effekte investiert.

Eine Adresse, die ihren eigenen Wert verkörpert
Das Haus gilt als das älteste Hotel der Stadt. 1910 nahm es als «Hotel Riviera in Parenzo» den Betrieb auf und setzte damit den Startpunkt für den Fremdenverkehr an diesem Küstenabschnitt. Errichtet wurde es von der 1907 ins Leben gerufenen Österreichischen Riviera-Aktiengesellschaft, die Tourismus, Verkehr und Industrie in Istrien und Dalmatien voranbringen wollte. Für ein Premium-Haus ist diese Herkunft kein Dekor, sondern ein handfestes Kapital: Geschichte, die sich weder kopieren noch kaufen lässt. Dass Poreč auf das antike Parenzo zurückgeht, einst als römische Colonia gegründet, und dass sich im Stadtkern römische, venezianische und habsburgische Schichten überlagern, verleiht der Adresse eine Tiefe, mit der kein Neubau konkurrieren kann.
Die Renaissance-Fassade, gekrönt von einer Sgraffito-Dekoration am vorspringenden Dachfries, der Sockel aus Haustein, die Säulen und Pilaster aus Kunststein – all das wurde einst von den angesehensten Wiener Handwerksbetrieben ausgeführt. Dieses Niveau prägt bis heute den Anspruch des Hauses an sich selbst.

BO-Hotelgruppe: Qualität als Geschäftsmodell
Heute gehört das Palazzo zur BO-Hotelgruppe und umfasst 83 Zimmer und Suiten, von denen die 70 Quadratmeter grosse Presidential Suite die Spitze bildet. Historischer Charakter trifft auf ein zeitgenössisch gestaltetes Interieur – eine Positionierung, die zahlungskräftige Gäste gezielt anspricht. Ganzjährig geöffnet, mit eigenem Spa, Pool und einer eigenständigen Kulinarik, verkauft das Haus kein Bett, sondern ein Erlebnis mit Substanz.

Wir haben das Palazzo nicht einfach übernommen – wir haben Verantwortung für seine Geschichte übernommen. Jedes Jahr, in dem wir es öffnen, schreiben wir sie ein Stück weiter.
Allegra Osmani, Inhaberin
Familienbetrieb als Premium-Versprechen
Dass hinter der Marke eine Familie steht, die den Betrieb inzwischen in zweiter Generation führt, ist im Luxussegment ein eigenes Verkaufsargument. Persönliche Verantwortung, lange Planungshorizonte und ein Qualitätsbegriff, der nicht am Quartalsergebnis endet, schaffen genau jene Glaubwürdigkeit, die anonyme Ketten nur schwer herstellen. Die Investition in modernste Klima- und Haustechnik erfolgte, ohne die ursprüngliche Bausubstanz preiszugeben – eine unternehmerische Entscheidung für Werthaltigkeit. Selbst historische Aufnahmen des Originalhotels, die in den Räumen und Zimmern hängen, sind Teil dieser Markeninszenierung: Sie erzählen dem Gast, dass er in einem Stück lebendiger Geschichte wohnt und nicht in einer beliebig austauschbaren Kulisse.

An klaren Tagen reicht der Blick bis nach Venedig oder zu den Alpen. Für ein Premium-Haus ist das die passende Metapher: Wer in Substanz investiert, baut eine Marke, die weit über den Moment hinaus sichtbar bleibt.








